Ausflug nach Sant Llorenç de la Muga
Sant Llorenç de la
Muga liegt 16 Kilometer von Figueres in Richtung Llers entfernt: Ein kleines
Dorf mit einer Oberfläche von 32,06 km2.in 173 Meter Höhe, in einem von Bergen
umgebenem Tal, das förmlich in der Frische des Flusses Rio Muga zu
schwimmen scheint. Die Temperaturen sind hier im Winter mild und im Sommer nie
heiß, und der Tramontana gelangt nicht bis hierher. Wegen der Besonderheiten
des Klimas und der offenen Landschaft mit ihren uralten Bäumen könnte das Dorf
auch zur benachbarten Garrotxa gehören.
Die Berge der Umgebung sind mit Mischwald bedeckt, und wenn der Herbst kommt,
wachsen hier alle Arten eßbarer Pilze.
Folgt man den kleinen Pfaden um das Dorf, entdeckt man im Wald Quellen mit
Wasser von kristallinischer Reinheit. Zahlreiche Aussichtspunkte befinden sich
im Dorf und von dort sehen wir die Muga mit ihren Bäumen oder die Stadtmauern,
die das Dorf umgeben und es seit Jahrhunderten schützen; auch der Kirchturm und
der Wachturm, von dem aus die Soldaten der Barone das ganze Tal überwachten,
existieren noch.
Das Dorf war im 18. Jahrhundert ziemlich bedeutend. Die Leute lebten von der
Landwirtschaft und der Viehzucht, hauptsächlich aber vom Holzexport und der
Gewebeherstellung. Ein Eisenbergwerk prosperierte und 1759 wurde ein
Munitionswerk gebaut.
Als Resultat dieser florierenden Wirtschaft stieg die Bevölkerung im Jahr 1860
bis auf 1105 Personen an. Am Ende des 19. Jahrhundert allerdings wanderten die
Bewohner wegen einer Landwirtschaftskrise wieder aus, so daß jetzt im Dorf nur
mehr etwa 160 Bewohner ständig leben.
In den letzten Jahren
haben aber viele Städter die Häuser aufgekauft, um sie mit viel Liebe und
beträchtlichem Einsatz zu restaurieren. Im Sommer hauchen daher ungefähr 800
Personen dem Dorf wieder Leben ein.
Während der langen Wintermonate pflegt das Dorf eine extreme Ruhe, die nur an
den Feiertagen unterbrochen wird oder wenn die Jäger in den Bergen die
Wildschweine jagen.
Folgt man der Muga, nimmt der Wasserstand zu, bis die Gewässer in den Stausee
von Boadella fließen.
Zwischen Sant Llorenç und Albanya entdecken wir eine restaurierte romanische
Kirche (XII. - XIII. Jahrhundert), Santa Maria de Palau. Jedes Jahr, am
15. August, feiert die Kirche ihre Schutzheilige.
Neben dem Dorf sieht man auf einem Hügel die Eremitage Sant Jordi (XV -
XVI. Jahrhundert). Sie ist vor wenigen Jahren restauriert worden und das Bild
ihres Heiligen ist in der Pfarrkirche von Sant Llorenç aufbewahrt. Die
Eremitage gibt einen beeindruckenden Blick frei auf das Tal der Muga, die
Pyrenäen, die Ebene des Empordà und die Bucht von Roses.
David Serra
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