Selva
de Mar und seine Quelle
Die
Costa Brava, das ist nicht nur Küste mit stark bevölkerten Stränden oder verträumten
Buchten. Auch die Orte im Hinterland, meist nur wenig vom Meer entfernt, lohnen
einen Besuch. Ein besonderes Kleinod ist der Ort Selva del Mar, von Port de
la Selva etwa 2 km entfernt. Außerhalb der Hauptsaison, besonders unter der
Woche, kann es schon geschehen, dass man hier wirklich noch der einzige Tourist
ist.
Man
gelangt über eine asphaltierte Straße ins Dorf, das sich im Tal "Riera
de la Selva" versteckt. Quer durch das Dorf führt der Weg zum im Sommer
trockenen Fluss, dessen Ufer alte Häuser säumen und den Brücken romanischen
Ursprungs überqueren. Am Ende des Ortes ist die „Font dels Lledoners“: eine
berühmte Quelle, die Jaume Quintana, Alcalde – Bürgermeister - von Selva de
Mar, Historiker und Dichter, wie folgt beschrieb: > An der Font dels Lledoners
das Murmeln des Wassers vermischt sich mit dem Gesang der Vögel, die, am frühen
Morgen sich hier an der Quelle laben, bevor sie sich in die Lüfte erheben...>
...
und jeden Tag "laben" sich tatsächlich Sommergäste an dieser Quelle:
Es ist ein seltenes Vergnügen für Stadtleute, die hier im Schatten der Platanen
ihren Durst löschen; mit frischem, sauberem Quellwasser, so wie es unsere Vorfahren
vor langer Zeit taten. Viele führen Behälter mit sich, um sich diesen Genuss
frischen Wassers auch zu Hause zu gönnen, und das alles ganz umsonst.
Die
Bekanntheit der Quelle ist in erster Linie auf die besondere Reinheit des Wassers
zurückzuführen. Es fließt direkt von den Bergen herab ins Tal und enthält
keinerlei chemische Substanzen.
Was die Geschichte des Ortes selbst betrifft, so kennt man sie fast nur durch mündliche Überlieferungen der alten Einwohner. Ein Großteil des Ortsarchivs fiel während des Bürgerkrieges den Flammen zum Opfer. Das älteste noch erhaltene Dokument stammt aus dem Jahr 974. Es handelt sich um den Nachweis einer Schenkung des Grafen von Empuries an das Kloster Sant Pere de Rodes. Das Dokument erwähnt eine Kapelle, die auf dem jetzigen Dorfgelände stand, und es wird angenommen, daß sie Im VII. Jahrhundert erbaut wurde. Wald - selva - bedeckte damals die Hügel und gab dem Dorf seinen Namen.
Unter
dem Einfluß der Mönche von Sant Pere entwickelte sich die Landwirtschaft.
Gut
geschützt vor den Angriffen der Piraten, bauten die ersten Einwohner Weinstöcke
und die von den Römern importierten Olivenbäume an.
So
ist eigentlich Port de la Selva das Kind von Selva de Mar.
Im
XIX. Jahrhundert war die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig des Ortes
und er ist es bis In die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts geblieben,
um so mehr, als das Wunder der Elektrizität den Betrieb von Motoren erlaubte,
welche die von Mitte November bis zum 15 Juli arbeitenden Ölmühlen antrieben.
Die Ölproduktion des Ortes war daher wirklich bedeutend. 1956 fielen die
Olivenbäume jedoch einer strengen Frostperiode zum Opfer und das war dann das
Ende der professionellen Olivenölproduktion. Das kleine Landwirtschaftsmuseum,
in dem bäuerliches Gerät zu besichtigen ist, zeugt von dieser Epoche.
Im
Gegensatz zu Port de la Selva ist Selva de Mar weitgehend vom Boom des Tourismus
ausgeschlossen - verschont? - geblieben. Während der Hochsaison und an den Wochenenden
leben hier aber doch eine stattliche Anzahl von Feriengästen. Viele sind selbst
dörflicher Abstammung und haben die Häuser des Ortes respektvoll renoviert.
Die
Berufe der ständigen Einwohner folgen aber den Zeichen der Zeit und
konzentrieren sich auf Gastgewerbe, Handel und Bauwirtschaft. Diese allerdings,
bewegt sich hier nur im kleinen Rahmen. Die architektonische Substanz wurde
wenig verändert, das Dorf hat seinen landestypischen Charakter beibehalten.
Wenn
Sie in sich eine romantische Ader verspüren, so sollten sie nicht versäumen,
die winkligen Gassen Selva de Mar's zu erforschen. Restaurant El Brascó
CapCreus online.Web- Zeitung für die Costa Brava: www.cbrava.com/de